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Unfunded Commitment (offene Zusage)

Der Teil einer Zusage, den ein Fonds noch abrufen kann: Zusage minus angerechnete Abrufe plus recallable Ausschüttungen.

Sie ist die Liquidität, die ein Family Office je Fonds bereithalten muss, und die Zahl, auf der die Liquiditätsplanung steht. Die meisten Tabellen liegen an denselben zwei Stellen falsch: Sie vergessen recallable Ausschüttungen, und sie ziehen Gebühren ab, die laut LPA außerhalb der Zusage berechnet werden.

Die Formel

Offene Zusage = Zusage − auf die Zusage angerechnete Abrufe + recallable Ausschüttungen

Gebühren, die laut LPA außerhalb der Zusage berechnet werden, sind abfließende Liquidität, verringern die offene Zusage aber nicht. Auch der Zinsausgleich bei einem späteren Closing liegt meist außerhalb.

Ein Rechenbeispiel

Ein Investor sagt 5.000.000 € zu. Der Fonds hat 3.200.000 € gegen die Zusage abgerufen und weitere 150.000 € Gebühren außerhalb. Er hat 900.000 € ausgeschüttet, davon laut Mitteilung 400.000 € recallable. Die offene Zusage beträgt 5.000.000 − 3.200.000 + 400.000 = 2.200.000 €. Eine Tabelle ohne den recallable Anteil zeigt 1.800.000 €, eine, die zusätzlich die Gebühren abzieht, 1.650.000 €. Beide unterschätzen, was der Fonds noch abrufen kann.

Die Vergleiche, nach denen gesucht wird

Offene Zusage vs. eingezahltes Kapital

Eingezahltes Kapital ist, was an den Fonds geflossen ist; die offene Zusage ist, was noch fließen kann. Beide ergeben nur dann zusammen die Zusage, wenn es keine recallable Ausschüttungen und keine Gebühren außerhalb der Zusage gibt, und das ist seltener, als man denkt.

Offene Zusage vs. Dry Powder

Dry Powder ist die Sicht des Fonds: eingeworbenes, noch nicht investiertes Kapital über alle Investoren. Die offene Zusage ist die Sicht eines Investors: was von ihm noch verlangt werden kann. Ein Fonds kann wenig Dry Powder haben, während die offene Zusage eines Investors hoch bleibt, etwa nach recallable Ausschüttungen.

Erhöht eine recallable Ausschüttung die offene Zusage?

Ja, um den recallable Betrag, solange das Rückrufrecht besteht. Das ist der häufigste Grund für einen Abruf, den es nach der eigenen Tabelle eines Family Office nicht mehr geben dürfte.

Wird alles abgerufen?

Selten. Nach der Investitionsperiode ruft ein Fonds meist nur noch für Folgeinvestments, Gebühren und Kosten ab, und ein Teil der Zusage wird nie abgerufen. Wie viel abrufbar bleibt, steht im LPA. Deshalb bedeutet eine offene Zusage in einem alten Fonds etwas anderes als in einem jungen.

Gut zu wissen

  • Auch nicht abgerufene Zusage, Restzusage oder Uncalled Capital genannt.
  • Steht meist als Zeile im Kapitalkontoauszug. Rechnen Sie trotzdem nach: Manager behandeln recallables unterschiedlich.
  • Wird eine Fondsbeteiligung als Secondary verkauft, übernimmt der Käufer die offene Zusage.
  • Über Fonds und Gesellschaften summiert ist sie die Liquiditätsreserve, die ein Family Office planen muss, nach Jahrgang statt als ein Topf.

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