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Portfolio-Glossar

NAV (Nettoinventarwert)

Der ausgewiesene Wert der Fondsvermögen abzüglich Verbindlichkeiten und die Basis für den Anteil eines Investors daran.

In Private Markets ist der NAV eine Schätzung des Managers, meist quartalsweise und meist mit ein bis zwei Monaten Verzug. Eine Position mit einem veralteten NAV auszuweisen, aber Cashflows bis heute mitzuzählen, ist einer der häufigsten Gründe, warum zwei Performance-Zahlen auseinanderlaufen.

Die Formel

Fonds-NAV = Vermögen des Fonds − Verbindlichkeiten des Fonds; der NAV eines LP ist sein Endbestand auf dem Kapitalkonto

In Private Markets sind beide Seiten dieser Subtraktion Schätzungen. Am öffentlichen Markt wird der NAV beobachtet; hier wird er vom Manager erzeugt, in der Regel quartalsweise und mit ein bis zwei Monaten Verzug.

Ein Rechenbeispiel

Ein Fonds meldet den NAV zum 31. März Mitte Juni. Ein LP, der am 30. Juni eine Portfolioansicht abruft, hält damit eine drei Monate alte Bewertung. Hat dieser LP im Mai einen Kapitalabruf über 300.000 € bezahlt und der Bericht addiert ihn kommentarlos auf den März-NAV, sieht es aus, als sei die Position um 300.000 € im Wert gestiegen. Ist sie nicht — das Geld hat nur den Platz gewechselt.

Die Vergleiche, nach denen gesucht wird

NAV in Private Markets vs. NAV eines Publikumsfonds

Ein Publikumsfonds stellt den NAV täglich aus beobachtbaren Schlusskursen fest, und man kann zu diesem Kurs handeln. Der NAV eines Private-Markets-Fonds ist eine quartalsweise Schätzung illiquider Beteiligungen, handelbar ist er nicht, und er ist die durch eine Bewertungsrichtlinie gestützte Einschätzung des Managers. Dieselben drei Buchstaben, ein sehr anderes Objekt.

NAV vs. Zeichnung vs. eingezahltes Kapital

Die Zeichnung ist das, was ein LP zugesagt hat, das eingezahlte Kapital das tatsächlich Abgerufene und der NAV die aktuelle Bewertung der daraus entstandenen Position. Alle drei stehen regelmäßig auf demselben Auszug, und keine ersetzt eine andere.

Das Problem veralteter Bewertungen

Eine Position mit verzögertem NAV auszuweisen und gleichzeitig Cashflows bis heute einzurechnen, mischt zwei Stichtage in einer Zahl. Das ist der mit Abstand häufigste Grund, warum zwei Performancezahlen zur selben Position auseinanderlaufen — und es ist eine Reporting-Entscheidung, kein Datenfehler.

NAV vs. Fair Value

Nach ASC 820 und IFRS 13 werden die Beteiligungen hinter dem NAV zum Fair Value angesetzt, im Prinzip ist es also dasselbe. In der Praxis ist der NAV die berichtete Position und der Fair Value der Bewertungsmaßstab, den sie erfüllen soll. Die Lücke dazwischen zu regeln, ist der Zweck einer Bewertungsrichtlinie.

Gut zu wissen

  • Wird meist quartalsweise festgestellt und 45 bis 90 Tage nach Periodenende geliefert.
  • Der Restwert in TVPI und RVPI ist diese Zahl — beide erben ihren Zeitverzug.
  • Der NAV-Anteil eines LP ist sein Kapitalkontostand, keine einfache Pro-rata-Quote des Fonds-NAV.
  • NAV-basierte Finanzierungen haben die Zahl zur Beleihungsgrundlage gemacht, was die Anforderungen an ihre Ermittlung erhöht.

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