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Portfolio-Glossar

Kapitalkontoauszug

Der quartalsweise Auszug des Managers zur Position eines einzelnen Investors: Anfangsbestand, Einzahlungen, Ausschüttungen, Gebühren, zugewiesene Gewinne und Endbestand.

Er ist der maßgebliche Nachweis einer LP-Position und das Dokument, aus dem die meisten Portfoliozahlen letztlich stammen. Er kommt als PDF, bei jedem Manager in anderem Layout, weshalb ihn verlässlich auszulesen zuerst ein Dokumenten- und erst dann ein Finanzproblem ist.

Die Fortschreibung

Anfangsbestand + Einzahlungen − Ausschüttungen − Gebühren ± zugewiesene Gewinne und Verluste = Endbestand

Jedes Capital Account Statement ist diese Identität, unabhängig vom Layout. Wenn die Zeilen nicht auf den Endbestand aufgehen, wurde etwas saldiert, umgegliedert oder weggelassen — und das findet man besser, bevor die Zahl in einem Bericht landet.

Ein Rechenbeispiel

Ein LP startet das Quartal mit 2.400.000 €. Der Manager ruft 300.000 € ab, schüttet 150.000 € aus, belastet 18.000 € Managementgebühr und weist 212.000 € nicht realisierten Gewinn zu. Der Endbestand beträgt 2.400.000 + 300.000 − 150.000 − 18.000 + 212.000 = 2.744.000 €. Dieser Endbestand ist der NAV des LP für das Quartal und die Grundlage jedes nachgelagerten Multiples.

Was es nicht ist

Capital Account Statement vs. Kapitalabruf

Ein Kapitalabruf ist eine Zahlungsaufforderung zu einem bestimmten Termin, versendet wann immer der Manager Geld benötigt. Ein Capital Account Statement ist eine periodische Zusammenfassung der gesamten Position. Der Abruf sagt, was zu zahlen ist; das Statement sagt, wo man nach der Zahlung steht.

Capital Account Statement vs. Schedule K-1

Das K-1 ist ein US-Steuerdokument über den zugewiesenen Anteil an Erträgen, Abzügen und Anrechnungen eines Steuerjahres. Es enthält einen eigenen Kapitalkontenabschnitt auf Steuerbasis, weshalb seine Zahlen regelmäßig von der Fair-Value-Basis des Quartalsauszugs abweichen. Beide sind für sich korrekt; die Überleitung ist eine bekannte Jahresaufgabe, kein Fehler.

Capital Account Statement vs. Quartalsbericht

Der Quartalsbericht richtet sich an alle Investoren des Fonds: Portfoliokommentar, Bewertungen, Performance auf Fondsebene. Das Capital Account Statement richtet sich an genau einen. Ist eine Zahl spezifisch für die eigene Zeichnung, stammt sie aus dem Capital Account Statement.

Gibt es ein Standardformat?

ILPA veröffentlicht ein Reporting-Template, das die Zeilen des Kapitalkontos vereinheitlicht, und die Verbreitung wächst — verpflichtend ist es nicht. In der Praxis hat das PDF jedes Managers ein eigenes Layout, eigene Bezeichnungen und einen eigenen Grad an Saldierung. Genau deshalb ist die zuverlässige Extraktion zuerst ein Dokumenten- und erst danach ein Finanzproblem.

Gut zu wissen

  • Erscheint quartalsweise, üblicherweise 45 bis 90 Tage nach Periodenende.
  • Der Endbestand ist der NAV des LP und die Eingangsgröße für TVPI, DPI und RVPI.
  • Gebühren können brutto, netto oder in der Gewinnzuweisung enthalten ausgewiesen sein — das verändert die berichtete Performance.
  • Das Stichtagsdatum zählt mehr als das Versanddatum: Cashflows nach Periodenende sind nicht enthalten.

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